Lions Club auf dem Ruanda-Tag in Boppard

Boppard, 5. Sept. 2021: Der Lions Club Vulkaneifel war auf dem Ruanda-Tag in Boppard am Stand des Thomas-Morus-Gymnasiums und des Ruanda-Komitees Trier vertreten. Neben dem Austausch mit anderen Ruanda-Initiativen stand auch der Austausch mit politischen Entscheidungsträgern auf der Tagesordnung. Innenminister Roger Lewentz, in dessen Ministerium die Koordinierungsstelle der Kooperation mit Ruanda angesiedelt ist, freute sich über das Engagement der Vertreter der Region Trier für die Berufsbildende Schule APECAS im kleinen Ort Muyunzwe ca. 80 km südwestlich der Hauptstadt Kigali. Durch die Finanzierung von aktuell 29 Ausbildungspatenschaften des Lions Clubs Vulkaneifel, die zusätzlich aus dem Distriktverfügungsfonds der Stiftung der Deutschen Lions eine Ausrüstung für den Start ins Berufsleben erhalten, die Zuschüsse zu Ausstattung, zu Baumaßnahmen und zur Verpflegung der Schülerinnen und Schüler in der Corona-Pandemie durch das Thomas-Morus-Gymnasium und das Ruanda-Komitee in Trier kommt die Schule trotz erheblicher Probleme gut durch eine schwere Zeit. Auch die Landtagsabgeordnete Astrid Schmidt und der Botschafter der Republik Ruanda in Deutschland, Igor César, zeigten sich an dem langjährigen Engagement der Partner sehr interessiert. 
Beitrag der SWR-Landesschau über den Ruanda-Tag. SWR Aktuell Rheinland-Pfalz: Ruanda-Tag in Boppard | ARD Mediathek

v.li. Lions Präsident Jörg Stadelhoff, Mireille Umuhire, OSTD Christoph Susewind, Prof. Hornetz, Siegfried Czernohorsky

 

 

Ausbildungspatenschaften in Ruanda - Paten für 2021 gesucht

Gemeinsam für Ruanda

Ruanda, 15. November 2020:  Auch vor Ruanda - dem Land im Zentrum Afrikas - hat die Corona-Pandemie nicht Halt gemacht. Um die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, wurden alle Schulen in der Zeit ab Mai 2020 geschlossen und wurden erst vor kurzem wieder geöffnet. Betroffen sind somit auch die Ausbildungspatenschaften des Lions Clubs Vulkaneifel mit der Berufsbildenden Schule APECAS im kleinen Ort Muyunzwe ca. 80 km südwestlich der Hauptstadt Kigali. 
Dank der finanziellen Unterstützung des Ruanda-Komitees Trier e.V. und des Thomas-Morus-Gymnasiums in Daun wurde den Beschäftigten vor Ort eine Art Kurzarbeitergeld gezahlt, damit kein Lehrer abwandern musste. Weiteres Geld wurde verwendet, um Handwaschbecken und andere Hygienemaßnahmen auf den Weg zu bringen. Somit konnte die Schule wieder geöffnet werden. Die bisherigen Paten haben durch zusätzliche Fördergelder sichergestellt, dass 24 junge Berufsschüler ihre Ausbildung auch in 2021 fortsetzen können. Die Schule APECAS lebt als Schule in Trägerschaft eines Elternvereins von Schulgeldern, d.h. staatliche Zuschüsse gibt es nicht.
Mit 3 x 300 Euro für ein Stipendium über drei Jahre kann einem jungen Menschen der Start in eine bessere Zukunft - etwa als Tischler, Frisör, Automechaniker, Computer-Fachfrau/mann, Schneider oder Maurer – ermöglicht werden. Darüber hinaus sind auch kleine Fördersummen willkommen, mit denen denjenigen Jugendlichen eine Starthilfe ins Berufsleben gewährt wird, die zwar eine Ausbildung abgeschlossen haben, aber nicht über die finanziellen Mittel für die notwendige Grundausstattung (Werkzeuge, Nähmaschinen, Computer) für den jeweiligen Beruf verfügen.
Spenden auf das Konto des Fördervereins des Lions Clubs Vulkaneifel unter dem Stichwort „Ruanda“. (IBAN: DE23 5866 0101 0007 9288 05 ) sind herzlich willkommen.

Besuch bei APECAS 2018; Foto: Jörg Stadelhoff

Lions Club Vulkaneifel erweitert Förderprogramm für Schule in Ruanda

Besuch aus Ruanda beim Lions Club Vulkaneifel

Daun, Okt. 2019: Siméon Habumugisha vom rheinland-pfälzischen Koordinationsbüro in Kigali/Ruanda besuchte anlässlich des Ruanda-Tages in Trier sowohl den Lions Club Vulkaneifel als auch das Thomas-Morus-Gymnasium in Daun.Neben dem Engagement des Thomas-Morus-Gymnasiums an der berufsbildenden Schule „APECAS“ im kleinen Ort Muyunzwe ca. 80 km südwestlich der Hauptstadt Kigali in Ruanda wurde besonders das überaus erfolgreiche Ausbildungspatenschaftsprogramm des Lions Clubs Vulkaneifel an der Schule besprochen. Mitglieder des Lions Clubs Vulkaneifel und weitere Förderer finanzieren momentan die dreijährigen Ausbildungs- und Internatskosten von 27 jungen Menschen. Um den Internatsschülerinnen und Schülern einen noch erfolgreicheren Start ins Berufsleben zu ermöglichen, stellt der Lions Club Vulkaneifel ein Budget in Höhe von zunächst 2.000 Euro bereit. Aus diesem kann im Bedarfsfall einzelnen Stipendiaten nach erfolgreichem Schulabschluss eine Starthilfe gewährt werden. Somit ist jetzt eine (Vor-)Finanzierung einer Nähmaschine, eines KFZ-Werkzeugsatzes, sowie Maurer-, Schreiner- oder EDV-Equipment möglich, Werkzeug, das die Schüler im Unterricht verwenden und ins Berufsleben mitnehmen können. 
 Siméon Habumugisha, mit dem der Lions Club bereits seit Jahren zusammenarbeitet, zeigte sich hoch erfreut: „Das ist ein wirksames Mittel, damit die Absolventen nicht nur ein Zertifikat in der Hand haben, sondern tatsächlich auch zukünftig ihren Lebensunterhalt bestreiten können.“ Als Elternvertreter an der Schule APECAS wird das Patenschaftsprogramm persönlich von Siméon Habumugisha betreut. Im letzten Jahr hatte eine kleine Delegation des Clubs die Schule besucht. Der Lions Clubs Vulkaneifel unterstützt die Schule seit  2014 u.a. auch mit dem Bau einer Zisterne. 

v.li. Christoph Susewind (Past Präsident), Siméon Habumugisha , Jörg Stadelhoff (2. Vizepräsident)

Große Weihnachtsfreude bei Patenschülern in Ruanda

26 Schüler erhalten Stipendien für ihre Berufsausbildung

Ruanda (14. Dezember 2019) Die jungen Auszubildenden an der Schule APECAS in Muyunzwe (Ruanda), ca. 80 km südwestlich der Hauptstadt Ruanda, konnten sich über ein besonderes Weihnachtsgeschenk freuen.  Rund 8000 Euro an Spendengeldern wurden nach Ruanda überwiesen und sichern 26 jungen, bedürftigen Menschen ein weiteres Jahr ihrer Berufsausbildung im Internat. Viele von Ihnen werden mit dieser Unterstützung im Jahr 2020 erfolgreich ihre Berufsausbildung abschließen und gut gerüstet ins Arbeitsleben einsteigen. Besonderer Dank gilt den 15 Mitgliedern das Lions Clubs Vulkaneifel und den 11 externen Förderern, die mit ihrer Spende jungen Menschen in Ruanda eine Berufsausbildung finanzieren. Eine Stipendiatin hat im Dezember 2019 ihre Ausbildung zur Schneiderin erfolgreich abgeschlossen. Die Patin in Deutschland hat ihr als Starthilfe ins Berufsleben eine Nähmaschine und weitere Ausrüstung finanziert.
Im Vergleich zu anderen Organisationen, die 20 % der Spenden für Werbung und Verwaltung einsetzen, kommen die Lions-Spendengelder den Schülern zu 100 % zugute. Dass die Spendengelder immer zweckgemäß verwendet werden, wird bei den regelmäßigen Besuchen von Clubmitgliedern in Ruanda (z.B. 2018) überprüft. 
Erstmals wurde der Schule zusätzlich für die Ende 2020 ins Berufsleben eintretenden Patenkinder ein Budget von 2.000 Euro überwiesen. Hiervon kann z.B. eine Maurerausrüstung, Computerausrüstung, Schlosserausrüstung, Schneiderausrüstung als Starthilfe ins Berufsleben, das sie weitgehend als "Ein-Personen-Unternehmen" gestalten,  beschafft werden. 
Das Foto zeigt die Patenkinder beim Besuch einer kleinen Delegation des Lions Clubs Vulkaneifel im Jahr 2018. Foto: Jörg Stadelhoff

Vulkaneifel-Lions besuchen Patenkinder in Rwanda

Rundreise vom 14. - 28. 7. 2018

Ruanda, 29.7.2018 Mit leidenschaftlich vorgetragenen traditionellen Gesängen und Tänzen der Schülerinnen und Schüler wurde die kleine Delegation des Lions Club Vulkaneifel in der Berufsbildenden Schule "APECAS“ im kleinen Ort Muyunzwe ca. 80 km südwestlich von Kigali empfangen. Die lange Fahrt in die abgelegene ländliche Region - teils über staubige und holprige Sandpisten - hatte sich alleine hierfür schon gelohnt und löste Begeisterung aus.
Bei einem Rundgang durch die Schule wurden sowohl ein Dutzend vom Club finanzierte Nähmaschinen der Schneiderwerkstatt als auch eine große Zisterne besichtigt. Sehr erfreut war die Gruppe über das kleine, aber tatsächlich gut funktionierende Computerlabor, was in Afrika keine Selbstverständlichkeit ist. Die Schreinerei produziert mittlerweile nicht nur für den eigenen Bedarf (z. B. Schulbänke), sondern auch Möbel für den lokalen Markt. Eine relativ gut ausgestattete KFZ-Werkstatt vervollständigt das Ausbildungsangebot und man konnte an vielen Stellen erkennen, dass sich die Schule auch dank ihrer engagierten Lehrerinnen und Lehrer gut entwickelt. – Es war eine sehr schöne Erfahrung für die Lions zu sehen, wie ihr Einsatz Früchte trägt und nachhaltig wirkt. Mit den hoch motivierten Patenkindern und auch mit den Lehrern kam man schnell ins Gespräch. Ein sportlicher Höhepunkt des Besuchs war sicherlich, als alle Mitglieder der Reisegruppe sich von tanzenden Mädchen Hand in Hand den afrikanischen Rhythmus beibringen ließen.
Das Patenschaftsprogramm des Lions Club mit der Schule besteht seit 2013. Bisher haben 14 Patenkinder als Stipendiaten mit Unterbringung im Internat ihre dreijährige Berufsausbildung bereits erfolgreich abgeschlossen. Aktuell erhalten 18 Patenkinder mit Hilfe des Clubs hier eine Berufsausbildung, z.B. zum Schneider, Maurer oder KFZ-Mechaniker, womit zumindest die Chance auf eine berufliche Perspektive, also ein Einkommen für sich und ihre Familien eröffnet ist. - Lionspräsident Christoph Susewind: "Ich freue mich sehr, dass sich diese Schule - auch mit unserer Hilfe - so positiv entwickelt. Wir ermöglichen jungen Menschen, insbesondere jungen Frauen, in ihrem Land eine Ausbildung, die diese sich unmöglich selbst leisten können. Wir erbringen damit einen Beitrag zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebenschancen junger Menschen in einem der ärmsten Länder der Erde. Die Möglichkeit einer besseren Lebensgestaltung für Menschen zu schaffen, ist etwas Großartiges und stiftet Zufriedenheit – auf beiden Seiten."
Die Schule mit etwa 200 Schülerinnen und Schülern, von denen etwa ein Drittel im Internat wohnt, ist eine Privatschule in Trägerschaft eines Elternvereins. Sie ist seit einigen Jahren mit dem Thomas-Morus-Gymnasium in Daun über eine Schulpartnerschaft verbunden und wird auch vom Ruanda-Komitee Trier unterstützt. Das gemeinsame Engagement hat maßgeblich dazu geführt, dass sich die Schülerzahl in den letzten Jahren verdoppelt hat, nachdem die Schule wegen einer staatlichen Strukturreform im Bildungswesen in Existenznöte geraten war und zu einer Berufsschule umgebaut werden musste.
Die Rundreise der Reisegruppe aus der der Vulkaneifel führte zu zahlreichen weiteren Projekten für Witwen und Behinderte sowie einigen Schulen. Den freudigen Jubel hunderter Schüler angesichts eines mitgebrachten Fußballs zu erleben, ist unglaublich und spiegelt die Situation der in sehr ärmlichen Verhältnissen groß werdenden Kinder auf eindrucksvolle Weise wider. Selbstverständlich wurde die Gruppe auch im Koordinationsbüro des Landes Rheinland-Pfalz in Kigali empfangen und war Gast in der Diözese Byumba, von wo aus zahlreiche von Trierer Ruanda-Freunden unterstütze Projekte betreut werden. Die kulturhistorische Entwicklung Ruandas lernte die Gruppe im Nationalmuseum in Huye (früher Butare) kennen. Mit dem schrecklichen Völkermord im Jahr 1994 sah man sich in dem gleichermaßen beeindruckenden wie erschütternden Genocide Memorial in Kigali konfrontiert, wo bis ins Detail die Entwicklungen rekapituliert werden, die das heute so freundliche Land der tausend Hügel in ein fürchterliches Chaos stürzten. Abenteuerliche Fahrten entlang der Ufer des Kivu-Sees und durch die landschaftlich faszinierenden Highlights wie den Nyungwe-Regenwald sowie den Akagera Park rundeten die Reise ab, die alle Teilnehmer tief beeindruckte und sicherlich noch lange beschäftigen wird. Foto: LC Vulkaneifel/Jörg Stadelhoff

Paten und ihre Patenkinder (Foto: LC Vulkaneifel Jörg Stadelhoff)

Rwanda - Land der 1000 Hügel

Vortrag von LF Christoph Susewind am 10. Januar 2014

Müllenborn, 10. Jan. 2014: Rwanda mit seinen rd. 8,5 Mio. Einwohnern ist etwa doppelt so dicht besiedelt wie Deutschland, seine Größe entspricht etwa der Fläche von Rheinland-Pfalz plus dem Saarland. Während in Rheinland-Pfalz nur etwa 2% der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten, sind es in Rwanda ca. 80%, wobei 90% der Lebensmittelversorgung im Inland erzeugt werden.  Die Erinnerung an den Genozid der Hutu und Tutzi 1994 am Ende eines 4jährigen Bürgerkriegs ist allgegenwärtig und findet in der 1997 fertiggestellten Zentralen Gedenkstätte, in der aller, weltweiten Massaker gedacht wird, ihr bedrückendes Denkmal. Der Genozid, der bis in die einzelnen Familien hineinreichte, hatte seine Ursache nicht in der verschiedenen Religionszugehörigkeit – etwa 70% Katholiken, leben mit 20% Protestanten und 10% Muslimen zusammen. Er wird als Folge der Kolonialzeit angesehen.
Eine beeindruckende Bilderreise führt von Kigali, der Hauptstadt mit 1,2 Mio. Einwohnern – auch hier gibt es Wolkenkratzer, buntes afrikanisches Marktleben neben Slums mit ihren großen Hygieneproblemen – mit aufs Land, zeigt die hügelige grüne Landschaft mit der meist kleinparzelligen Nutzung. Wie überall in Afrika ist auch in Rwanda am Wald erheblich Raubbau getrieben worden, um Feuerholz und auch Ackerfläche zu gewinnen; Wiederaufforstungsprogramme und Feldwirtschaft auf Terrassen sollen der Erosion entgegenwirken.
Neben der Landwirtschaft kommt dem Abbau weltweit gesuchter Erze und der Gewinnung von Methangas für die eigene Energieversorgung mit chinesischer Hilfe vermehrt Bedeutung zu. Der Tourismus steht im „Land des ewigen Frühlings“ noch am Anfang, obwohl das Land viel zu bieten hat, neben den Kirunga – Vulkanen, den Ahagera Nationalpark und im SW im Hochnebelwald die letzten Refugien der Gorillas.
Die intensive Verbindung Rheinland – Pfalz/ Rwanda geht auf eine 1982 von der Mainzer Landesregierung ergriffene Initiative zurück: In einem Partnerland der Dritten Welt sollten im Rahmen einer von der jeweiligen Bevölkerung vor Ort getragenen „Graswurzelpartnerschaft“ kleine, selbsthilfeorientierte Projekte entwickelt und gefördert werden. Ziel war es, Partnerschaften auf unterer Ebene zwischen Gemeinden, Landkreisen, Schulen, Pfarreien, Universitäten und weiteren örtlichen gesellschaftlichen Gruppen ins Leben zu rufen. Unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Rwanda e.V., der auch vor Ort in Kigali eine Koordinierungsstelle unterhält, sind viele verschiedene, lokale selbständige Zusammenschlüsse tätig.
Seit einigen Jahren gibt es eine Zusammenarbeit des Gymnasiums in Neuerburg mit einer Katholischen Partnerschule im Norden von Rwanda am Lac Muazi. Einen Schwerpunkt der schulischen Bildung bildet künftig auch die 3jährige Berufsausbildung in den weiterführenden Schulen, die im Anschluss an 9 Jahre Grundschulzeit besucht werden. Die Schulpartnerschaften und auch die Besuche im Partnerland sind ein gelungenes Beispiel für direkte, unbürokratische Hilfe in gegenseitiger Achtung und in respektvollem Lernen voneinander.

Apecas - Schule in Rwanda ca. 80 Km südwestlich von Kigali